Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Mit einem Kind rennt sie förmlich und es stimmt! Ich kann es kaum glauben, aber unser kleiner Max wird diese Woche sechs Monate alt. Ein halbes Jahr. Oder wie ich es gerne sage: nur noch ein halbes Baby.

Mein Kleiner hat so gar nichts mehr mit dem Baby zu tun, das es vor sechs Monaten war. Er robbt schon quer durch die Wohnung, liebt es Blödsinn zu machen und hasst Autofahren noch immer. Aber nicht nur er lernt täglich Neues, auch ich als Neu-Mami lerne jeden Tag dazu!

 

BABY-SCHLAF IST NICHT EINFACH

Nicht jedes Kind schläft auf Knopfdruck. Und schon gar nicht dann, wenn abends die Primetime im Fernsehen beginnt. Stellt euch vor, wir leben noch in der Steinzeit. Hinter jeder Ecke könnte ein Säbelzahntiger darauf warten, ein leckeres Fressen zu finden. Vorzugsweise ein Baby, denn das wehrt sich nicht. Hättet ihr da nicht auch Angst? Und genau das steckt unseren Kleinen noch in den Instinkten. Sie haben Todesangst, wenn man sie alleine in ihr Bettchen legt. Anfangs war es mir ein Rätsel, warum er nicht schlafen wollte, warum er so viel Hilfe brauchte und vor allem, warum er ständig aufwachte. Es machte mich verrückt, manchmal war ich richtig sauer auf ihn. Sich dem Schlaf hinzugeben, ist für Babys nicht einfach, sie müssen sich geborgen fühlen. Erst dann können sie einschlafen. Und das dauert manchmal eben etwas länger.

 

AUSZEITEN NEHMEN

Wann immer es möglich ist, nehmt euch eine Auszeit. In den ersten Wochen nach der Geburt, war das für mich die Zeit in der ich unter der Dusche stand. Extra lange ließ ich das Wasser auf mich niederprasseln um die Zeit ohne Baby zu genießen. Denn da konnte ich zumindest für eine viertel Stunde abschalten. Noch heute freue ich mich abends auf meine Dusche, unter der ich ganz alleine stehe. Nur ich, das heisse Wasser, laute Musik und ein gut riechendes Duschgel.
Seit kurzem pflege ich das Ritual gegen sechs oder sieben Uhr in der Früh aufzustehen, Yoga zu machen und meinen Kaffee ohne Max zu genießen. Für mich momentan der beste Start in den Tag!

 

ALLES EINFACH GENIESSEN

Aller Anfang ist schwer und so waren es auch die ersten Wochen mit Max. Er hat abends viel geschrien, hatte Probleme mit der Verdauung, Stillen tat richtig weh (wirklich!) und dann kam auch noch eine Brustentzündung dazu. Jeden Abend stand ich am Rand der Verzweiflung und wünschte mir, dass er schon älter ist, damit wir die Probleme hinter uns lassen können. Was soll ich sagen? Die Zeit verging. Leider viel zu schnell. Diese Zeit, in der er so winzig war, können wir nicht noch mal nachholen. Auch, wenn es manchmal schwer fällt, die schweren Zeiten zu genießen, versucht es! Ein Lächeln lässt einen wirklich (fast) alles vergessen.

 

AUF DAS EIGENE HERZ HÖREN

Kaum ist das Baby auf der Welt, haben Tante Ilse und Nachbarin Ingeborg die besten Tipps, wie man das Baby großzieht. Schließlich muss es früh genug erzogen werden. Da wird dann gerne „auch mal schreien lassen“ oder „aus dem Familienbett bekommt ihr das Kind nie wieder raus“ als gut gemeinter Rat gegeben. Ich habe gelernt, auf mein eigenes Herz und Bauchgefühl zu hören, wenn es darum geht, das eigene Kind zu erziehen. Und laßt euch bloß nicht verunsichern, wenn jemand nicht mit den Stoffwindeln oder dem Familienbett einverstanden ist. Es ist eure Sache!